Krebsprävention - Welche Rolle spielen Entzündungen?
Entzündungen sind wichtige Prozesse im Körper. Sie gehören zum Immunsystem und helfen dabei, Infektionen zu bekämpfen und verletztes Gewebe zu reparieren. Doch auch bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Krebs spielen sie eine bedeutende Rolle. Wenn man jedoch weiß, wie sich Entzündungen hemmen lassen, kann man bereits viel gegen Krebs und viele andere Erkrankungen tun.
Krebs und
Entzündungen
Heute wird
Krebs nicht mehr nur als eine Ansammlung entarteter Zellen gesehen, sondern als
ein Netzwerk verschiedener Zelltypen, die zusammen das sogenannte
Tumormikromilieu (TME) bilden. Dieses TME besteht aus Krebszellen,
Bindegewebszellen und Immunzellen. Sie alle gemeinsam beeinflussen die
Entwicklung des Tumors – wobei auch Entzündungen beteiligt sind.
Die
Entzündungsformen rund um Krebs
Allerdings
gibt es unterschiedliche Entzündungsformen rund um die Krebsentstehung und
-ausbreitung:
Tumorsuppressive
Entzündung
Einerseits
kann das Immunsystem Krebszellen erkennen und mit Hilfe von entzündlichen
Prozessen zerstören, was als „tumorsuppressive“ Entzündung bezeichnet wird.
Tumorfördernde
Entzündung
Andererseits
können entzündliche Prozesse aber auch das Wachstum von Krebs fördern, indem
sie das Immunsystem daran hindern, Krebszellen anzugreifen, und eine Umgebung
schaffen, die das Tumorwachstum begünstigt.
Diese
„tumorfördernde“ Entzündung ist besonders gefährlich, da sie das Immunsystem
dazu bringt, den Tumor zu unterstützen, anstatt ihn zu bekämpfen.
Oft sind es
die Tumorzellen selbst, die diese tumorfördernden entzündlichen Prozesse
einleiten, die ihr eigenes Wachstum fördert. Dazu senden die entarteten Zellen
Signale aus, die bestimmte Immunzellen anlocken. Diese wiederum schütten
Botenstoffe aus, die das Immunsystem täuschen und dazu bringen, die Krebszellen
zu schützen.
Therapiebedingte
Entzündungen
Entzündliche
Prozesse spielen auch eine Rolle bei der Reaktion des Körpers auf
Krebstherapien, wie Chemotherapie oder Strahlentherapie. Diese Behandlungen
sollen Krebszellen zerstören, können aber auch eine entzündliche Reaktion
auslösen – man spricht dann von therapiebedingten Entzündungen.
Diese können
sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Einerseits können sie das
Immunsystem aktivieren und dazu beitragen, verbleibende Krebszellen zu
eliminieren (tumorsuppressive Entz.).
Andererseits
können sie aber auch eine Umgebung schaffen, die das Überleben von Krebszellen
fördert und zu einer Resistenz gegenüber der Therapie führt (tumorfördernde
Entz.).
Lebensstilbedingte
Entzündungen
Auch viele
Ernährungsgewohnheiten und Umweltbedingungen können entzündliche Prozesse
fördern, z. B. Rauchen, zu viel Alkohol, Bewegungsmangel, Stress, Schlafmangel,
Übergewicht, Wassermangel, Vitalstoffmangel, Umweltgifte und natürlich eine
ungesunde Ernährung (zu viel Zucker und raffinierte Kohlenhydrate, zu viele
Omega-6-Fettsäuren, Transfette, Lebensmittelzusatzstoffe, schadstoffbelastete
Lebensmittel, bei Unverträglichkeiten z. B. auch Gluten und Milchprotein etc.).
Wie
Entzündungen an der Krebsentstehung beteiligt sind
Entzündliche
Prozesse können nicht nur vorhandene Krebszellen und Tumoren fördern, sondern
auch dazu beitragen, dass ein Krebs überhaupt erst entsteht. Es handelt sich
dabei um chronische entzündliche Prozesse, die zu einem wichtigen Risikofaktor
für Krebs zählen, was schon in den Jahren 2005 und 2006 in der Ärzte-Zeitung
und anderen Fachjournale thematisiert wurde.
Glücklicherweise
sind es jedoch nur etwa 15 bis 20 Prozent aller Krebsfälle, die auf
langanhaltende entzündliche Prozesse zurückzuführen sind. Chronische
entzündliche Prozesse können beispielsweise durch chronische Infektionen oder
Autoimmunerkrankungen vorhanden sein.
Beispiele
für Krebsformen, die durch Entzündungen entstehen können
Beispiele
für Krebsformen, die durch entzündliche Prozesse entstehen können, sind die
folgenden:
- Darmkrebs durch entzündliche
Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
- Leberkrebs infolge von
Leberentzündungen (durch Hepatitis-B- und -C-Viren oder Leberparasiten
oder Alkoholkonsum oder nicht-alkoholische Fettleber)
- Magenkrebs infolge von
chronischer Gastritis (durch Helicobacter pylori)
- Speiseröhrenkrebs durch
entzündliche Prozesse, die durch Sodbrennen entstehen (letzteres erhöht
das Risiko für Speiseröhrenkrebs um das 50- bis 100-Fache)
- Lungenkrebs durch chronische
Lungenentzündungen (z. B. durch Asbestexposition (Risiko steigt um mehr
als das 10-Fache))
- Krebs durch Übergewicht und hohen Viszeralfettgehalt (Risiko
steig um das 6-Fache)
Die
auslösenden entzündlichen Prozesse können lange vor der eigentlichen
Krebsentstehung bestehen und die betroffenen Gewebe so verändern, dass sie
anfälliger für die Entwicklung von Tumoren werden.
Denn
entzündliche Prozesse können Mutationen in den Zellen fördern - und zwar
folgendermaßen: Entzündliche Prozesse führen zur Entstehung von freien
Radikalen (reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen), die das Erbgut
schädigen und die betroffene Zelle mutieren lassen können.
Gleichzeitig
fördert ein entzündliches Umfeld das Wachstum bzw. die Vermehrung der mutierten
Zelle, so dass ein Tumor entstehen kann.
Bestimmte
Bakterien und Viren können ebenfalls entzündliche Prozesse auslösen, z. B.
manche Darmbakterien, die auf diese Weise das Risiko für Darmkrebs erhöhen.
Wie
entzündliche Prozesse zur Metastasierung beitragen
Die
Metastasierung, also die Ausbreitung von Krebszellen auf andere Organe, ist für
die meisten krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Entzündliche Prozesse
spielen auch hier eine Schlüsselrolle.
Sie können
Krebszellen dabei helfen, sich von ihrem Ursprungsort zu lösen, in das
umliegende Gewebe einzudringen und sich über das Blut- oder Lymphsystem im
Körper zu verbreiten.
Zusätzlich
erhöhen entzündliche Prozesse die Fähigkeit der Krebszellen, in neuen Geweben
Fuß zu fassen und dort zu neuen Tumoren heranzuwachsen.
Krebs
therapieren und vorbeugen: Entzündungen bekämpfen
Wenn
Entzündungen nun so eng mit der Krebsentstehung und Krebsausbreitung in
Verbindung stehen, dann müsste die Hemmung entzündlicher Prozesse eine wichtige
Komponente in der Prävention und Therapie von Krebserkrankungen darstellen.
Antiinflammatorische
Medikamente (antiinflammatorisch = entzündungshemmend) zählen auch tatsächlich
zu den häufig eingesetzten Arzneimitteln bei chronisch entzündlichen
Erkrankungen. Gleichzeitig werden natürlich auch chronische Infekte intensiv
bekämpft (bzw. die beteiligten Bakterien oder Viren), um die entsprechenden
entzündlichen Prozesse zu lindern und so das Krebsrisiko zu senken.
Chronisch
entzündliche Erkrankungen können häufig auch auf natürliche Weise therapiert
und die entsprechenden entzündlichen Prozesse gehemmt und reduziert werden.
Gleichzeitig muss oxidativer Stress bekämpft werden bzw. die Zellen müssen vor
der schädlichen Wirkung des oxidativen Stresses geschützt werden.
Schädliche
Wirkung von oxidativem Stress reduzieren
Wie gut eine
Zelle Schäden durch oxidativen Stress reparieren kann, hängt von der
genetischen Ausstattung ab. Diese Kapazität ist umso schneller erschöpft, wenn
Gifte und schädliche Einflüsse die Überhand gewinnen. Ein solches „Hexengebräu“
seien Alkohol, Rauchen und schlechte Ernährung, so der Mannheimer
Gastroenterologe Professor Matthias Löhr im einstigen o. g. Artikel der
Ärztezeitung.
Wichtig
ist daher, die Entgiftungsorgane stets zu entlasten und zu unterstützen:
die Leber
die Nieren
das
Lymphsystem und
den Darm.
Umweltgifte
aller Art sollten überdies regelmäßig ausgeleitet werden.
2.
Antiinflammatorische Therapie bei chronisch entzündlichen Erkrankungen
Chronische
Erkrankungen gehen in den meisten Fällen mit chronisch entzündlichen Prozessen
einher – ob Arteriosklerose, Rheuma, Diabetes, Asthma, Psoriasis, Hashimoto,
COPD, Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen und viele andere mehr.
Selbst die
häufig als harmlos eingeschätzte nicht-alkoholische Fettleber gilt als
chronische Erkrankung, die therapiert werden sollte, da sie andernfalls das
Krebsrisiko erhöht. Das Fett macht die Leber empfindlich gegen oxidativen
Stress. Freie Radikale können nun leichter die Leberzellen angreifen und
beschädigen. Es kommt zur krankhaften Bindegewebsvermehrung und Krebs .
7 Prozent
der Leberkrebsfälle sind mittlerweile auf die nicht-alkoholische Fettleber
zurückzuführen, so eine Studie von 2022 mit dem Titel: „Nicht-alkoholische
Fettleber ist die am schnellsten wachsende Ursache für Leberkrebs“.
3.
Antiinflammatorische Lebensmittel und Pflanzenstoffe
Darüber
hinaus stellen wir hier Lebensmittel vor, die entzündliche Prozesse hemmen,
also antiinflammatorisch wirken und die Sie in Ihre Ernährung integrieren
können.
Nachfolgend
nur zwei Beispiele aus der Fülle antientzündlich wirkender Pflanzenstoffe:
Curcumin – der gelbe Stoff aus Kurkuma –
beispielsweise hemmt verschiedene entzündliche Prozesse und hemmt gleichzeitig
die Ausbreitung von Krebs
Ähnliches
gilt für den Pflanzenstoff Resveratrol, der gegen oxidativen Stress,
entzündliche Prozesse und Sauerstoffmangel im Krebs ankämpft. Sauerstoffmangel
(Hypoxie) im Krebs beschleunigt die Entwicklung eigener Blutgefäße im Tumor,
was diesen dann schneller wachsen lässt
In ersten
Studien zeigte sich auch das alte Hausmittel Natron (Natriumhydrogencarbonat)
als aniinflammatorisch,
Natron
scheint das Immunsystem dahingehend zu beeinflussen, dass antiinflammatorische
Immunzellen wieder überwiegen.
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